Lea in Ecuador

Auslandstagebuch eines Abenteuers

 
17Sept
2014

Erstes Lebenszeichen aus Ecuador - Ama la vida

Endlich, nach einer gefühlten Ewigkeit, schaffe ich es, mich vom anderen Ende der Welt zu melden.

Ich bin endlich Sígsig, meiner neuen Heimat auf Zeit, angekommen und genieße das ecuadorianische Leben gerade in vollsten Zügen. Schon in dieser kurzen Zeit habe ich so viel erlebt, dass ich gar nicht weiß, wo ich mit dem Erzählen anfangen soll. Am besten einfach von ganz vorne…

Als ich zusammen mit allen anderen deutschen Freiwilligen vor gut zwei Wochen völlig erschöpft und gespannt am Flughafen in Guayaquil angekommen bin, hatte ich noch keine Ahnung, was mich erwartet. Zu diesem Zeitpunkt hatte ich noch nicht mal eine Gastfamilie zugeteilt bekommen. Aber das sollte sich schnell ändern. Nach einer Übernachtung in Guayaquil und einem zweitägigen Ankunftsseminar in der Nähe von Cuenca war es dann soweit: Anna, meine Mitfreiwillige, und ich wurden von unserer neuen Familie abgeholt. Und ich habe mit allem gerechnet, aber nicht, das eine zehnköpfige (!) Familienbande anreist, um uns in Empfang zu nehmen. Aber besser hätte es uns nicht treffen können! Jeder war so herzlich zu uns, wir haben von Anfang an miteinander gelacht und uns angestrahlt (aufgrund mangelnder Spanischkenntnisse blieb Anna und mir auch kaum etwas anderes übrig als lieb zu grinsen). Dann ging die wilde Fahrt in zwei vollbepackten Geländewagen los, auf nach Sígsig.

Und hier wartete schon die nächste Überraschung auf uns. Ich rechnete mit einem kleinen verschlafenen Örtchen, in dem es immer ruhig ist und kaum jemand auf den Straßen zu sehen. Aber denkste! Sígsig, das bedeutet pulsierendes Leben, buntes Treiben auf der Straße, überall kleine Läden (die hier tiendas heißen), auf den Plätzen spielende Kinder und unglaublich viele junge Leute. Und trotzdem muss man keine zehn Minuten gehen, und man ist mitten in der wunderschönen Natur der Anden.

So jagt hier eine Überraschung die Nächste, ein Tag ist spannender als der andere. Wirklich spannend ist hier vor allem auch das Essen. Deswegen werde ich mich bald wieder melden, und mal ein bisschen erzählen, was für Schätze die ecuadorianische Küche alles so hergibt.

25Juni
2014

Warum ausgerechnet Ecuador?

In den letzten Woche habe ich mich schon mit einer Menge Leuten über meinen bevorstehenden Freiwilligendienst in Ecuador unterhalten, und immer wieder wurde mir dabei die gleiche Frage gestellt:

"Warum ausgerechnet Ecuador?"

Und dafür gibt es viele verschiedene Gründe:

Einserseits wollte ich persönlich schon immer mal in die Anden reisen, da ich Berge ganz faszinierend finde. Und gibt wohl kaum ein Land neben Ecuador, dass auf so kleiner Fläche so vieles zu bieten hat - Regenwald an den Ausläufern des Amazonasgebietes, das Andenhochland mit etlichen Vulkanen, eine traumhaft schöne Küste und nicht zu vergessen, die Galapagosinseln.

 Außerdem wollte ich auch schon lange Spanisch lernen, und das ist jetzt ja die optimale Gelegenheit dazu.

 

Neben diesen privaten Motiven gibt es aber einen noch viel wichtigeren Grund: Die Bevölkerung un Ecuador leidet unter enormen sozialen Ungleichheiten, besonders im Bildungssystem:

Bildungschancen in Ecuador sind weiterhin sehr ungleich verteilt. Zum einen gibt es große regionale Unterschiede, da ländliche Gebiete unterversorgt sind. Zum anderen steht die defizitäre staatliche Bildung einer elitären Privatbildung gegenüber, so dass sich soziale Ungleichheiten weiter verfestigen. Darüber hinaus endet die Gleichheit im Bildungssystem abrupt, wenn es sich um indigene und afro-ecuadorianische Kinder handelt, die besonders stark von Armut betroffen sind und über einen erschwerten Zugang zu Bildung und Gesundheit verfügen. Dem formalen Bildungssystem mangelt es zudem an ausgebildeten Lehrern, gut ausgestatteten Schulen und adäquaten Lehrplänen.1

Und weil ich das kommende Jahr nicht nur mit schönen Erlebnissen verbringen will, sondern auch dort helfen will,  wo es wirklich nötig ist, habe ich mich also für einen Freiwilligendienst in Ecuador entschieden!

1) www.kindernothilfe.de /Länderkurzinfo Ecuador (2012)

 

25Juni
2014

Die Schule "Instituto Municipal de Educación Especial Sigsig"

Ab September werde ich für ein Jahr im  "Instituto Municipal de Educación Especial Sigsig", einer integrativen Schule im Andenhochland Ecuadors mitarbeiten. Deswegen möchte ich euch die Schule mal ein bisschen vorstellen:

 

"Instituto Municipal de Educación Espical Sigsig"

Die Schule integriert sich in der Förderung und Integration von Kindern und Jugendlichen mit unterschiedlichen Fähigkeiten und Behinderungen, d.h. sie bietet

  • Soziale Arbeit für die komplette Familie
  • Klinische Psychologie
  • Sprachtherapie
  • Psycho-pädagogische Betreuung
  • Frühförderung

an.

Und natürlich findet auch ganz normaler Unterricht für die verscheidenen Klassenstufen statt. Ich selbst werde wohl unter anderem auch bei verschiedenen Englischkursen mithelfen, worauf ich mich besonders freue.

Momentan besuchen etwa 75 Schüler zwischen 5 und 19 Jahre die Schule.

Noch mehr Infos findet ihr auf der Homepage der Schule: www.sig.gob.ec

 

Ich bin also gespannt, was mich erwartet und freue mich auf dieses Abenteuer! :)

04Juni
2014

Bald geht es los

Dies ist der erste Eintrag in meinem neuen Blog. In Zukunft werde ich hier über meine Erlebnisse im Ausland berichten.